class="single single-post postid-7659 single-format-standard custom-background wpb-js-composer js-comp-ver-3.6.14 vc_responsive"

Neue Regeln im Urlaubsrecht – das sollten Arbeitnehmer wissen und Arbeitgeber beachten

Aus der Rechtsprechung des EuGH folgt eine Stärkung des Rechts auf Urlaub: Bekannt ist, dass Urlaub bei Langzeitkranken nicht wie gewöhnlich Ende März des jeweiligen Folgejahres verfällt, sondern erst nach 15 Monaten. Vor Kurzem wurde zudem entschieden, dass ein nicht genommener Urlaub grds. unbegrenzt übertragen werden kann (AZ C-214/16). Ganz neu ist nun, dass der Arbeitgeber die Pflicht hat, den Arbeitnehmer umfassend über seine (Urlaubs-)Rechte zu informieren und ihn ggf. förmlich auffordern muss, Urlaub zu nehmen. Der Arbeitgeber muss beweisen können, dass er alles getan hat, dass der Arbeitnehmer den ihm zustehenden Urlaub nimmt (AZ C-619/16). Kann er das nicht beweisen, verfällt der Urlaubsanspruch nicht. Er kann dann in das nächste Jahr übertragen werden. Wird er auch dann nicht genommen, kann er wiederum übertragen werden, etc. Besteht auf diese Weise am Ende des Arbeitsverhältnisses immer noch ein Anspruch auf Urlaub, muss dieser in voller Höhe in Geld ausgezahlt werden. Dieser Anspruch ist seit Neuestem sogar vererblich.

Für Arbeitnehmer ist dies natürlich erfreulich; ihre Rechte werden aufgewertet und besser geschützt.

Arbeitgeber hingegen sollten ihre derzeitige Praxis überdenken und sie ggf. den Vorgaben der EuGH-Rechtsprechung anpassen. Ansonsten drohen im Beendigungsfall erhebliche Urlaubsabgeltungsansprüche!

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen. Oder um es mit unserem Motto zu sagen: Leben Sie ruhig weiter, wir fuchsen Sie da durch.

Daniel B. Jutzi
Rechtsanwalt