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Nettolohnoptimierung – wirklich mehr Netto vom Brutto

Wirklich mehr Netto durch Lohnoptimierung

2019 sollen einige Steuern und Abgaben gesenkt werden, um sog. mittlere und kleine Einkommen zu entlasten. Weitaus effektiver – und auch für den Arbeitgeber von Vorteil – ist die sog. Nettolohnoptimierung. Dabei geht es, verkürzt gesagt, darum das „normale“ Bruttogehalt durch gewisse andere Gehaltsbestandteile zu ersetzen, die steuer- oder sozialabgabenrechtlich privilegiert sind. Die Folge: Obwohl der Arbeitgeber insgesamt weniger zahlt, hat der Arbeitnehmer am Ende „mehr Netto“. Eine klassische win-win-Situation – in der Praxis bisher leider nicht im angemessenen Fokus; hier bleiben Chancen ungenutzt.

1. Hintergrund

Das übliche Arbeitsentgelt ist der Einkommenssteuer unterworfen und es sind Sozialabgaben zu leisten. Neben diesen augenfälligen Abzügen, die den Arbeitnehmer direkt treffen, hat auch der Arbeitgeber Sozialabgaben zu leisten. Wird nun anstelle von „Geld als Gehalt“ eine bestimmte Sachzuwendung oder ein zweckgebundener Betrag geleistet, kann dieser steuerrechtlich gefördert sein. Dann liegt zwar ein Einkommen vor, dieses unterfällt insoweit dann aber nicht der Einkommenssteuer. Ist die Zuwendung sogar sozialversicherungsrechtlich bevorzugt, leisten weder Arbeitnehmer, noch Arbeitgeber insoweit Abgaben – dann profitieren beide Parteien.

2. Beispiele

Hier einige wenige Beispiele:
Tankgutscheine oder Jobtickets i. H. v. bis zu 44,- Euro im Monat bleiben bei der Bewertung der Einnahmen außer Ansatz und sind damit steuer- und sozialversicherungsrechtlich nicht von Belang.
Kinderbetreuungskosten können vom Arbeitgeber grds. in unbegrenzter Höhe steuer- und sozialabgabenfrei übernommen werden, solange die Kinder nicht schulpflichtig.
Gesundheitsförderung kann der Arbeitgeber mit bis zu 600,- Euro p. a. steuer- und sozialabgabenfrei fördern.
Strom für das e-Auto oder das e-Bike kann vom Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden.
Umzugskosten können, wenn der Umzug dienstlich veranlasst ist, steuer- und sozialabgabenfrei übernommen werden.
Werbung z. B. auf dem Kfz kann mit bis zu 21,- Euro im Monat steuer- und sozialabgabenfrei vergütet werden.

Insgesamt können so schnell Beträge von gut 500,- Euro im Monat zusammen kommen, auf die keine Steuern und keine Sozialabgaben gezahlt werden müssen.

3. Umsetzung

Für die praktische Umsetzung ist eine Verständigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich. Da beide Seiten direkt davon profitieren, sollte es kein Problem sein, eine entsprechende Einigung zu erzielen. Insbesondere der Arbeitgeber sollte diese Instrumente für sich nutzen – denn leichter lassen sich Sozialabgaben nicht sparen.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen. Oder, um es mit unserem Motto zu sagen: Leben Sie ruhig weiter, wir fuchsen Sie da durch.

Daniel B. Jutzi
Rechtsanwalt